Wie wichtig ist die Finanzierung eines Kaufinteressenten für den Verkäufer? Sehr wichtig – denn ein attraktiver Kaufpreis allein reicht nicht aus, wenn der Käufer den Erwerb am Ende nicht finanzieren kann.
Karl-Heinz Wild von Wild Immobilien&Finanzierung beantwortet hier typische Eigentümerfragen rund um die Käuferfinanzierung beim Immobilienverkauf. Im Mittelpunkt stehen Finanzierungsbestätigung, Bonität, Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Modernisierungsbedarf und die Frage, wie sich ernsthafte Kaufinteressenten besser einordnen lassen.
Durch seine Tätigkeit im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung betrachtet Karl-Heinz Wild den Immobilienverkauf auch aus Finanzierungssicht. Die endgültige Kreditentscheidung trifft jedoch immer das jeweilige Kreditinstitut beziehungsweise der Finanzierungspartner.
Kurz zusammengefasst
Für den Verkäufer ist nicht nur wichtig, welchen Preis ein Käufer anbietet, sondern ob dieser Kaufpreis auch realistisch finanziert werden kann.
Besonders bei älteren oder sanierungsbedürftigen Immobilien müssen Käufer möglicherweise zusätzlich zum Kaufpreis noch Modernisierungen, Nebenkosten oder weitere Investitionen einplanen.
Eine Finanzierungsbestätigung oder ein nachvollziehbarer Finanzierungsstand kann dem Verkäufer mehr Sicherheit geben. Sie ersetzt aber keine endgültige Darlehenszusage des finanzierenden Instituts.
Für Karl-Heinz Wild gilt: Nicht nur auf den höchsten Kaufpreis schauen – auch prüfen, wie belastbar die Finanzierung des Käufers ist.
Käuferfinanzierung beim Immobilienverkauf – in 30 Sekunden erklärt
- Ein Kaufangebot ist nur so belastbar wie die Finanzierung dahinter.
- Bei ernsthaften Interessenten den Finanzierungsstand frühzeitig ansprechen.
- Eine Finanzierungsbestätigung kann zusätzliche Sicherheit geben.
- Kaufnebenkosten und mögliche Modernisierungen mit berücksichtigen.
- Das höchste Angebot ist nicht automatisch das sicherste Angebot.
- Die endgültige Kreditentscheidung liegt immer beim finanzierenden Institut.
1. Warum ist die Käuferfinanzierung für mich als Verkäufer überhaupt wichtig?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Weil ein hoher Kaufpreis nur dann relevant ist, wenn der Käufer den Erwerb auch finanzieren kann.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Ein Kaufinteressent kann sehr überzeugt auftreten und einen attraktiven Preis anbieten. Wenn die Finanzierung später jedoch nicht zustande kommt, verliert der Verkäufer möglicherweise wertvolle Zeit.
Deshalb halte ich es für sinnvoll, die Finanzierung bei ernsthaftem Kaufinteresse nicht erst kurz vor dem Notartermin anzusprechen.
Gerade bei hochpreisigen oder modernisierungsbedürftigen Immobilien kann die Finanzierungsseite entscheidend dafür sein, ob aus einem Interessenten tatsächlich ein Käufer wird.
2. Wann sollte die Finanzierung eines Kaufinteressenten geprüft werden?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Spätestens bei ernsthaftem Kaufinteresse sollte geklärt werden, wie der Erwerb finanziert werden soll.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Nicht jeder Interessent muss bereits vor der ersten Besichtigung eine vollständige Finanzierung vorlegen. Das wäre aus meiner Sicht oft zu früh.
Sobald ein konkretes Kaufinteresse entsteht und über Kaufpreis oder Reservierung gesprochen wird, sollte jedoch geklärt werden, wie weit die Finanzierung vorbereitet ist.
Das hilft dem Verkäufer dabei, verschiedene Kaufangebote realistischer miteinander zu vergleichen.
3. Was ist eine Finanzierungsbestätigung?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Eine Finanzierungsbestätigung kann zeigen, dass sich ein Kreditinstitut oder Finanzierungspartner bereits mit dem geplanten Erwerb beschäftigt hat.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Der Begriff wird in der Praxis unterschiedlich verwendet. Eine Finanzierungsbestätigung kann je nach Aussteller und Form unterschiedlich verbindlich sein.
Deshalb würde ich nicht allein auf die Überschrift eines Dokuments schauen, sondern darauf, was tatsächlich bestätigt wird.
Eine solche Bestätigung kann die Kaufabsicht und Finanzierungsplanung plausibler machen, ist aber nicht automatisch mit einer endgültigen Darlehenszusage gleichzusetzen.
4. Reicht eine Finanzierungsbestätigung als Sicherheit für den Verkäufer aus?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Sie kann die Sicherheit erhöhen, garantiert den späteren Kreditabschluss aber nicht.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Auch nach einer positiven Vorprüfung können Banken noch Unterlagen anfordern oder ihre Entscheidung von weiteren Voraussetzungen abhängig machen.
Dazu können persönliche Unterlagen des Käufers ebenso gehören wie Unterlagen zur Immobilie.
Deshalb sollte der Verkäufer eine Finanzierungsbestätigung als wichtiges Signal verstehen, aber nicht als absolute Garantie.
5. Ist das höchste Kaufangebot automatisch das beste Angebot?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Nein. Ein etwas niedrigeres Angebot mit nachvollziehbarer Finanzierung kann für den Verkäufer attraktiver sein.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Der Kaufpreis ist selbstverständlich ein wichtiges Kriterium. Trotzdem würde ich verschiedene Angebote immer als Gesamtpaket betrachten.
Wie weit ist die Finanzierung vorbereitet? Gibt es ausreichend Eigenkapital? Welche Bedingungen stellt der Käufer? Wie sieht der gewünschte Zeitplan aus?
Ein sehr hohes Angebot bringt wenig, wenn die Finanzierung unsicher ist und der Verkauf Wochen später erneut beginnen muss.
6. Welche Rolle spielt Eigenkapital des Käufers?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Eigenkapital kann die Finanzierung erleichtern, ist aber nur ein Teil der gesamten Kreditprüfung.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Banken betrachten bei einer Immobilienfinanzierung unter anderem Einkommen, laufende Verpflichtungen, Eigenkapital, Kaufpreis und den Wert der Immobilie.
Mehr Eigenkapital kann die Finanzierungsstruktur verbessern. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein Käufer mit wenig Eigenkapital nicht finanzierbar wäre.
Entscheidend ist immer die individuelle Gesamtsituation, die das jeweilige Kreditinstitut prüft.
7. Warum sind Kaufnebenkosten für die Käuferfinanzierung wichtig?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Weil zum Kaufpreis weitere Kosten hinzukommen, die der Käufer in seiner Gesamtfinanzierung berücksichtigen muss.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Ein Käufer finanziert wirtschaftlich nicht nur den Kaufpreis. Hinzu kommen je nach Fall beispielsweise Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerkosten.
Diese Beträge müssen in die Finanzierungsplanung passen.
Deshalb kann ein Kaufpreis, der auf den ersten Blick finanzierbar erscheint, in der Gesamtbetrachtung anders aussehen.
8. Warum ist die Käuferfinanzierung bei sanierungsbedürftigen Immobilien besonders wichtig?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Weil der Käufer neben dem Kaufpreis möglicherweise noch erhebliche Modernisierungs- oder Sanierungskosten finanzieren muss.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Bei einem älteren Haus reicht es häufig nicht aus, nur Kaufpreis und Nebenkosten zu betrachten.
Wenn nach dem Kauf beispielsweise Heizung, Fenster, Dach oder andere Bereiche modernisiert werden sollen, erhöht sich der gesamte Kapitalbedarf.
Genau deshalb verbinde ich bei Bestandsimmobilien Immobilienverkauf, Zustand und Käuferfinanzierung miteinander.
Die technische Einschätzung konkreter Sanierungsmaßnahmen sollte bei Bedarf durch entsprechend qualifizierte Fachleute erfolgen.
9. Welche Unterlagen zur Immobilie kann die Bank des Käufers benötigen?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Je vollständiger die Objektunterlagen sind, desto reibungsloser kann häufig auch die Finanzierungsprüfung des Käufers erfolgen.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Welche Unterlagen ein Kreditinstitut verlangt, hängt von Bank, Finanzierung und Immobilie ab.
Häufig relevant sind beispielsweise Grundbuchinformationen, Grundrisse, Flächenangaben, Objektbeschreibung, Kaufpreis, Energieangaben und weitere Objektunterlagen.
Bei besonderen oder sanierungsbedürftigen Immobilien können zusätzliche Informationen erforderlich werden.
Deshalb ist eine gute Vorbereitung der Verkaufsunterlagen nicht nur für den Käufer, sondern auch für dessen Finanzierung wichtig.
10. Was ist der wichtigste Punkt bei der Käuferfinanzierung aus Verkäufersicht?
Kurzantwort von Karl-Heinz Wild:
Nicht nur fragen, was der Käufer zahlen möchte – sondern auch, wie realistisch dieser Kaufpreis finanziert werden kann.
Ausführlich erklärt von Karl-Heinz Wild:
Für mich gehört die Finanzierung zu einem professionell begleiteten Immobilienverkauf dazu.
Ein Verkäufer braucht nicht jedes persönliche Detail des Käufers zu kennen. Er sollte aber bei konkretem Kaufinteresse eine nachvollziehbare Grundlage dafür haben, dass der Erwerb finanziell vorbereitet ist.
Das schafft keine absolute Sicherheit, reduziert aber das Risiko, sich ausschließlich auf ein finanziell nicht belastbares Angebot zu verlassen.
Fazit von Karl-Heinz Wild zur Käuferfinanzierung beim Immobilienverkauf
Ein Immobilienverkauf endet nicht bei der Frage, welcher Käufer den höchsten Preis nennt. Entscheidend ist auch, ob der Erwerb wirtschaftlich und finanzierungsseitig tragfähig erscheint.
Gerade bei älteren Immobilien können Kaufpreis, Nebenkosten und zusätzlicher Modernisierungsbedarf eng miteinander zusammenhängen.
Mein Grundsatz: Kaufpreis prüfen. Finanzierung einordnen. Dann den Käufer als Gesamtpaket betrachten.